Glossar: Werte- und Kompetenz-Management, Diagnostik & Workplace Learning
Umfassendes Fachglossar mit 88 Begriffen aus den Bereichen Werte- und Kompetenzmanagement, Skills-Diagnostik, Skills-Management und Workplace Learning. Kuratiert aus dem wissenschaftlichen Glossar von Prof. Dr. Werner Sauter.
30/30/30/10-Modell
Nach dem 30/30/30/10-Modell erfolgt Lernen im Arbeitsprozess wie folgt: 30 % Lernen allein: selbstorganisiertes Lernen im Praxisprozess mit KI als Planungspartnerin; 30 % Lernen mit anderen: kollaboratives Lernen im Praxisprozess mit KI als Planungspartnerin; 30 % Lernen mit KI: dialogisches Einzel- und Gruppenlernen im Praxisprozess mit KI als Planungs- und Lernpartnerin; 10 % menschlich angeleitete Lernaktivitäten: formelle Lernmaßnahmen, z. B. in Workshops oder Seminaren.
360°-Feedback
Fremdeinschätzung von Werten und Kompetenzen aus verschiedenen Perspektiven (Führungskräfte, Kolleginnen, Mitarbeitende, externe Partnerinnen). Bei Valcom als Teil des Assessment-Prozesses für eine ganzheitliche Kompetenzerfassung.
70/20/10-Modell
70% des betrieblichen Lernens sind Erfahrungslernen in der Praxis, 20% werden durch Lernpartner*innen, Führungskräfte, Coaches und Mentor*innen initiiert und nur 10% finden als formelles Lernen statt. Dieses Modell unterstreicht die Bedeutung von Workplace Learning.
Agentic AI (Agentische KI)
KI-Systeme, die nicht nur reagieren, sondern selbstständig Ziele verfolgen, planen, handeln und Prozesse steuern.
AI Values (KI-Werte)
Werte, die den verantwortungsvollen, reflektierten und wirksamen Einsatz von KI im Arbeits- und Lernprozess leiten (z. B. Verantwortung, Offenheit, Respekt).
Aktivitätskompetenzen
Fähigkeiten, vereinbarte Vorhaben auch unter schwierigen Bedingungen willensstark und aktiv mit hoher Anpassungsfähigkeit umsetzen zu können. Dazu gehören entscheidungsorientiertes, tatkräftiges, impulsgebendes und konsequentes Handeln.
Arbeiten = Lernen / Lernen = Arbeiten
Grundannahme des Workplace Learning, dass Lernen integraler Bestandteil der täglichen Arbeit ist und nicht davon getrennt stattfindet.
Assessment
Systematische Erfassung und Bewertung von Kompetenzen. Bei Valcom umfasst dies Selbsteinschätzung und 360°-Feedback zur präzisen Werte- und Kompetenzdiagnostik.
Blended Learning
Verknüpfung von Präsenzveranstaltungen und selbstgesteuerten Lernphasen, meist mit E-Learning. Kritische Betrachtung: Klassisches Blended Learning fokussiert oft auf formelle Wissensvermittlung und erreicht keine Kompetenzentwicklung. Der Transfer in die Praxis bleibt im Regelfall aus. Valcom geht mit dem Ansatz des Social Blended Learning, das auf Praxisprojekten basiert, konsequent werte- und kompetenzorientiert vor.
Coaching
Professionelle Beratung und Begleitung einer Person durch eine*n Coach. Der Coach befähigt die gecoachte Person, optimale Ergebnisse selbstorganisiert hervorzubringen. Coaching ist eine Entwicklungspartnerschaft für methodisch fundierte Werte- und Kompetenzentwicklung.
Co-Coaching
Form des dialogischen Lernens, bei der entweder menschliche Lernpartnerinnen oder KI-Lernpartner als Tandempartner in werte- und kompetenzorientierten Lernprozessen fungieren. Mit Hilfe semantischer Systeme erweitert die KI die menschliche Lernpartnerschaft. VIA nutzt diesen Ansatz.
Coping-Konzept
Umfassende Konzeption zur Begleitung selbstorganisiert Lernenden, um die selbstorganisierte Bewältigung realer, komplexer Herausforderungen im Arbeitsprozess zu ermöglichen.
Corporate Learning
Gesamtheit aller strategischen, organisatorischen und didaktischen Maßnahmen zur Kompetenz- und Werteentwicklung in Organisationen.
Dialogisches Lernen
Lernform, bei der Wissen, Reflexion und Kompetenzentwicklung im kontinuierlichen Dialog erfolgen – mit Menschen und KI.
Diagnostik
Systematischer Prozess zur Erfassung, Analyse und Bewertung von Kompetenzen, Werten und Potenzialen, aber auch Hard Skills. Bei Valcom umfasst Diagnostik die KI-gestützte Profilerstellung, Self-Assessment und 360°-Feedback mit anschließender Visualisierung im Radar-Chart sowie begründete Ableitung von Empfehlungen für individuelle Lernziele und personalisierte Lernpfade im Arbeitsprozess.
Die 4 Kompetenzbereiche
Nach Erpenbeck/Heyse: Personale Kompetenzen (reflexiv selbstorganisiert handeln), Aktivitätskompetenzen (aktiv und gesamtheitlich handeln), Fachlich-methodische Kompetenzen (Probleme geistig und physisch lösen) sowie Sozial-kommunikative Kompetenzen (kommunikativ und kooperativ handeln).
Digitale Transformation
Digitaler Wandel der Arbeitswelt durch den vermehrten Einsatz neuer Informations- und Kommunikationstechnologien, der zu grundlegenden Umwälzungen in Strategie, Struktur, Prozessen sowie Kultur und damit der Geschäftsmodelle führt. Die Mitarbeitenden müssen nach fundamental veränderten Regeln handeln und neue Kompetenzen aufbauen.
E-Learning
Alle Formen von Lernen, bei denen digitale Medien für die interaktive Bereitstellung und Bearbeitung von Lernmaterialien zur Verfügung stehen. Kritische Betrachtung: Klassisches E-Learning ist primär für Wissensaufbau geeignet, erreicht aber keine Werte- und Kompetenzentwicklung, da die Verinnerlichung von Werten und die Anwendung in der Praxis fehlen.
Employer Branding
Alle Maßnahmen und Strategien eines Unternehmens, um sich als attraktive*r Arbeitgeber*in zu positionieren und die eigenen Stärken gezielt darzustellen. Setzt Wertemanagement voraus, weil nur glaubwürdige Aussagen über die Unternehmenskultur auf Dauer wirksam sind.
Ermöglichungsdidaktik
Von Rolf Arnold maßgeblich geprägte Ausprägung der Didaktik, die auf Selbstbestimmung und Selbststeuerung der Lernenden basiert. Der*die Lernbegleiter*in schafft die notwendigen Rahmenbedingungen für selbstorganisierte Lernprozesse. Die Lernenden stehen im Mittelpunkt und gestalten ihre Lernprozesse selbstorganisiert. Grundlage für werte- und kompetenzorientiertes Lernen.
Ermöglichungsraum
Didaktisch, technologisch und kulturell gestalteter Raum (meist digital), der selbstorganisiertes Lernen unterstützt.
Erfahrungslernen
Erfolgt, indem Menschen selbst handelnd mit echten Entscheidungssituationen konfrontiert werden und dabei unmittelbar eigene Werte entwickeln. Basis des konstruktivistischen Lernverständnisses und der Werte- und Kompetenzentwicklung.
Fachlich-methodische Kompetenzen
Fähigkeiten, selbstorganisiert mit dem notwendigen, aktuellen Fach- und Methodenwissen in Verbindung mit dem eigenen Erfahrungswissen auch zunächst kaum lösbare Aufgaben kreativ bewältigen zu können. Umfasst erfahrungsorientiertes, systematisch-methodisches und entwicklungsorientiertes Handeln sowie Handeln mit Expertise.
Flipped Curriculum
Umkehr klassischer Curricula, um die Mitarbeitenden für die zukünftigen Herausforderungen fit zu machen: Werte und Kompetenzen sind die Lernziele, Wissen und Qualifikationen sind notwendige Voraussetzungen.
Fremdeinschätzung
Bewertung der Werte und Kompetenzen einer Person durch andere (Vorgesetzte, Kolleg*innen, Mitarbeitende). Ergänzt die Selbsteinschätzung und ermöglicht ein differenziertes Bild der tatsächlichen Kompetenzausprägung.
Future Learning
Selbstorganisierte, gezielte Werte- und Kompetenzentwicklung auf Ebene der Organisation, der Teams und der Individuen mit agilen Lernmethoden innerhalb eines digitalen Ermöglichungsraumes (Learning Experience Platform). Die Lernprozesse finden primär im Arbeitsprozess mit KI-Unterstützung statt.
Handlungsanker
Zielgruppengerechte Beschreibung typischer Handlungen, mit denen Kompetenzen konkretisiert und damit auch erfassbar gemacht werden können. Valcom nutzt Handlungsanker für die präzise und nachvollziehbare Kompetenz-Diagnostik.
Hard Skills
Technische, fachliche Fertigkeiten und Qualifikationen, die durch Ausbildung und Training erworben werden. Im Gegensatz zu Soft Skills sind sie leichter messbar und zertifizierbar, aber für komplexe Herausforderungen allein nicht ausreichend.
Informelles Lernen
Lernen im Alltag, am Arbeitsplatz, im Familienkreis oder in der Freizeit. Es ist in Bezug auf Lernziele, Lernzeit oder Lernförderung nicht strukturiert. Nach dem 30/30/30/10-Modell bzw. 70/20/10-Modell findet bis zu 90% des betrieblichen Lernens informell statt.
Jobprofil
Definition der Anforderungen und Kompetenzen für eine bestimmte Stelle oder Rolle. Valcom ermöglicht die KI-gestützte Erstellung von Jobprofilen aus rund 390 Soft Skills, als Grundlage für gezieltes Recruiting und Kompetenzentwicklung.
KI-Lernpartner
Generative KI, die Mitarbeitende kontinuierlich beim Lernen, Planen, Reflektieren und Problemlösen begleitet.
Kompetenz
Die Fähigkeit, sich in offenen und unüberschaubaren komplexen und dynamischen Situationen, insbesondere im Arbeitsprozess, selbstorganisiert zurechtzufinden. Nach Erpenbeck/Heyse: Dispositionen zur Selbstorganisation. Kompetenzen sind mehr als Wissen und Fertigkeiten – sie ermöglichen Handeln in neuen, unbekannten Situationen.
Kompetenzatlas
Strukturierte Übersicht aller Teilkompetenzen eines Kompetenzmodells. Bei Valcom: Grundstruktur für rund 390 Kompetenzen in 4 Kompetenzbereichen, wissenschaftlich fundiert beschrieben von Prof. Dr. Werner Sauter.
Kompetenz-Diagnostik
Systematische Erfassung und Analyse von Kompetenzen mit dem Ziel, Stärken, Entwicklungsfelder und Skills-Gaps zu identifizieren, um daraus individuelle Empfehlungen für Lernziele und Entwicklungspfade abzuleiten. Valcom bietet eine wissenschaftlich fundierte Kompetenzdiagnostik mit KI-Unterstützung.
Kompetenz-Entwicklung
Prozess des selbstorganisierten Aufbaus und der Weiterentwicklung von Kompetenzen. Lernen und Arbeiten werden zusammengeführt. Setzt die Verinnerlichung von Werten in echten Herausforderungen voraus.
Kompetenz-Erfassung
Systematische Erfassung von Kompetenzen im Rahmen eines Kompetenzmodells auf Basis beobachteter Handlungen mittels Fragebögen und Auswertungs-Tools, die in ein Kompetenzprofil münden.
Kompetenz-Management
Managementdisziplin, mit der Kompetenzen im Unternehmen aktiv und strategieorientiert gesteuert werden. Aufgabe: Kompetenzen beschreiben, transparent machen und allen Mitarbeitenden und Führungskräften ermöglichen, Kompetenzen zu erfassen und gezielt zu entwickeln.
Kompetenz-Modell
Strukturierte Beschreibung von Kompetenzen, z.B. untergliedert in personale, sozial-kommunikative, aktivitäts- und handlungsorientierte sowie fachlich-methodische Kompetenzen. Bildet die Grundlage für systematische Kompetenzerfassung und -entwicklung.
Kompetenz-Profil
Individuelle Darstellung der Kompetenzen einer Person. Bei Valcom als Radar-Chart visualisiert, das Soll- und Ist-Kompetenzen gegenüberstellt und Entwicklungsfelder aufzeigt.
Konstruktivismus
Lerntheorie, nach der Lernen ein aktiver, situativer und sozialer Prozess ist, bei dem Wissen selbstgesteuert interpretiert und konstruiert wird. Selbstorganisiertes Lernen kann erfolgreich realisiert werden, wenn die Lernprozesse individuell gestaltet werden.
Künstliche Intelligenz (KI)
Algorithmische Verfahren, die menschliche kognitive Fähigkeiten imitieren und Handlungsweisen nachbilden, um eigenständig Probleme bearbeiten zu können. Valcom nutzt KI für Profilerstellung und Lernempfehlungen, VIA als KI-Lernpartner.
Labilisierung
Im emotionalen Sinne das Erleben und Bewältigen von Dissonanzen. Dies sind Zweifel, Widersprüchlichkeiten oder Verwirrungen, die aufgelöst werden; es entstehen neue Lösungsmuster. Labilisierung ist die notwendige Voraussetzung für echte Kompetenz-Entwicklung, da ohne emotionale Betroffenheit keine Entwicklung der Handlungsfähigkeit möglich ist.
Learning Experience Platform (LXP)
Persönliches Lerncockpit, das formelles und informelles Lernen verknüpft. Die Lernenden können ihre Lernumgebung mitgestalten und vielfältige Elemente zur selbstorganisierten Planung, Kommunikation, Kollaboration und Feedback nutzen. Bildet die Grundlage für gezielte Kompetenzentwicklung.
Learning Journey
Individueller, kontinuierlicher Lern- und Entwicklungsweg über längere Zeiträume hinweg.
Lernbegleiter*in
Person, die selbstorganisierte Lernprozesse unterstützt. Die Lernbegleitende schafft die Bedingungen für selbstorganisiertes Lernen und ermöglicht Prozesse der selbsttätigen und selbständigen Wissenserschließung und Wissensaneignung. Im Gegensatz zu Trainerinnen nicht belehrend, sondern ermöglichend.
Lerndiagnostik
Systematische Erfassung und Analyse von Lernvoraussetzungen, Lernhandeln, Lernprozessen und Lernergebnissen. Umfasst die Identifikation von Lernbedarfen, Lernstilen und Entwicklungspotenzialen als Grundlage für personalisierte Lernpfade.
Lernende Organisation
Vision, die allen Mitarbeitenden einer Unternehmung das gemeinsame, lebenslange Lernen ermöglicht und diese Prozesse aktiv fördert. Lernen wird zum integralen Bestandteil des Unternehmens und liegt primär in der Eigenverantwortung der Mitarbeitenden.
LMS (Learning Management System)
Virtuelle Lern- und Kommunikationsplattform für Planung und Verwaltung formeller Lernaktivitäten. Über das LMS werden individuelle und organisationale Lernprozesse geplant und gesteuert, Lerninhalte verteilt und Lernergebnisse dokumentiert.
Machine Learning
Basiert auf Algorithmen, die Muster und Gesetzmäßigkeiten in Datensätzen erkennen und daraus Lösungen entwickeln können, um Wissen aus Erfahrungen zu generieren. Grundlage für KI-gestützte Kompetenzerfassung.
Mentoring
Eine erfahrene Person (Mentor*in) gibt ihr Wissen an eine unerfahrene Person (Mentee) weiter, um diese in ihrer persönlichen oder beruflichen Entwicklung zu fördern. Im Gegensatz zum Coaching nimmt die Mentor*in keine neutrale Position ein.
Metakompetenzen
Übergeordnete Kompetenzen, die andere Kompetenzen ermöglichen oder verstärken. Dazu gehören z.B. Lernkompetenz, Reflexionsfähigkeit und Selbstorganisationsfähigkeit.
Micro Learning
Kurze, modulare Lerneinheiten ("Learning Nuggets"), die bedarfsgerecht im Arbeitsprozess genutzt werden.
New Work
Beschreibt die aktuelle Arbeitswelt mit räumlicher und zeitlicher Flexibilisierung, agilen und projektbezogenen Arbeitsformen, Wertebasierung und Sinnstiftung, Enthierarchisierung, partizipativen Entscheidungsmechanismen, Künstliche Intelligenz und Selbstorganisation.
Organisationales Lernen
Fähigkeit einer Organisation, die organisationale Werte- und Wissensbasis in einem permanenten Lernprozess zu verändern. Dadurch entstehen neue Problemlösungs- und Handlungskompetenzen auf Unternehmensebene.
Performanz
Sichtbare Ergebnisse des Handelns im Arbeitsprozess oder in Projekten; zentrale Messgröße für Kompetenzentwicklung.
Personale Kompetenzen
Fähigkeiten, selbstkritisch auf Basis seiner Werte und unter Einbeziehung verschiedener Sichtweisen zu handeln. Dazu gehören eigenverantwortliches, selbstorganisiertes, förderndes Handeln sowie ganzheitliches Denken und Handeln.
Praxisprojekte
Reale Herausforderungen im Arbeitskontext, die zur Kompetenzentwicklung genutzt werden. Bei Valcom/VIA: Lernen durch Handeln in echten Herausforderungen statt in Seminaren. Ermöglichen die notwendige emotionale Labilisierung für Kompetenzentwicklung.
Qualifikation
Klar zu umreißende Komplexe von Kenntnissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten, über die Personen bei der Ausübung beruflicher Tätigkeiten verfügen müssen. Sie sind handlungszentriert und können in Zertifizierungsprozessen überprüft werden. Qualifikationen sind Voraussetzung für, aber nicht identisch mit Kompetenzen.
Radar-Chart
Visuelle Darstellungsform für Kompetenzprofile, die einen schnellen Überblick über Stärken und Entwicklungsfelder ermöglicht. Bei Valcom werden Soll- und Ist-Profile im Radar-Chart gegenübergestellt.
Schlüsselkompetenzen
Die 12-14 erfolgskritischen Kompetenzen für eine bestimmte Position oder Rolle. Werden im Jobprofil definiert und im Assessment erfasst. Basis für fokussierte Kompetenzentwicklung.
Selbsteinschätzung
Bewertung der eigenen Kompetenzen durch die Person selbst. Wichtiger Teil der Kompetenzdiagnostik, der durch Fremdeinschätzungen ergänzt wird, um ein vollständiges Bild zu erhalten.
Selbstorganisation
Fähigkeit, in komplexen und dynamischen Situationen eigenständig zu handeln, ohne auf detaillierte Anweisungen angewiesen zu sein. Kern aller Kompetenzen nach Erpenbeck/Heyse.
Selbstorganisiertes Lernen
Lernende planen und gestalten ihre Lernprozesse selbst. Sie legen Ziele, Inhalte, Lern- und Sozialformen, Medien, Zeiten und Lernorte selbst fest – meist in Abstimmung mit Führungskraft oder Lernbegleiter*in. Voraussetzung für echte Kompetenzentwicklung.
Singularitätsdidaktik
Weiterentwicklung der Ermöglichungsdidaktik mit konsequent personalisierten Lernprozessen mit dem Ziel, dass sich die Lernkonzeption konsequent an den Bedürfnissen der Lernenden ausrichtet.
Skills-Diagnostik (KI-basiert)
Skalierbare, dialogische Diagnostik von Werten, Kompetenzen, Wissen und Qualifikationen zur individuellen Lernplanung.
Skills-Gap
Differenz zwischen vorhandenen und benötigten Kompetenzen. Valcom visualisiert Skills-Gaps durch Soll-Ist-Vergleich im Radar-Chart und ermöglicht so gezielte Entwicklungsmaßnahmen.
Skills-Management
Operatives Management einzelner Fähigkeiten (Skills) im Unternehmen. Oft technisch-orientierter und kurzfristiger als das umfassendere Kompetenzmanagement.
Skills-Mapping
Visualisierung und Analyse vorhandener und benötigter Skills auf Individual-, Team- und Organisationsebene.
Skills-Ontologie
Semantisches Modell, das Beziehungen zwischen Skills transparent macht und KI-gestützte Ableitungen ermöglicht.
Skills-Taxonomie
Systematische Ordnung von Hard und Soft Skills zur Vergleichbarkeit und strategischen Entwicklung.
Social Learning
Kompetenzorientiertes E-Learning mit Social Software. Zielt auf die Entwicklung sozialer Kompetenz durch kooperative und kollaborative Lernformen, die das gemeinschaftliche Lernen in Gruppen fördern.
Social Workplace Learning
Kompetenzentwicklung, die selbstorganisiert im Prozess der Arbeit und im Netz stattfindet, wenn herausfordernde Problemstellungen zu bearbeiten sind. Verbindet Social Learning mit Workplace Learning. Es wird immer dann gelernt, wenn eine neue Herausforderung in der Praxis erforderlich ist.
Soft-Skills
Werte und Kompetenzen wie Empathie und Respekt oder Kommunikation, Teamfähigkeit und Selbstorganisation. Valcom erfasst rund 390 wissenschaftlich fundierte Soft Skills.
Soll-Ist-Vergleich
Gegenüberstellung von Soll-Kompetenzprofil (Anforderungen) und Ist-Kompetenzprofil (aktuelle Ausprägung). Basis für die Identifikation von Skills-Gaps und die Ableitung von Entwicklungsmaßnahmen.
Soziale Kompetenzen
Fähigkeit, kollegial und sensibel mit Gespür für Meinungen, Bedürfnisse und Gefühle anderer gewissenhaft zusammenzuarbeiten, verfestigte Handlungsmuster aufzubrechen und aktiv zur Konfliktbewältigung beizutragen.
Soziale Validität
Die Anforderung, dass Kompetenzerfassungen zu einer hohen Akzeptanz bei Entscheidungsträger*innen und Mitarbeitenden führen. Setzt umfassende Information, Beteiligung der Betroffenen, hohe Transparenz und offene Kommunikation voraus.
Talentmanagement
Das Ziel ist es, die Potenziale aller Talente – also aller Mitarbeitenden und Führungskräfte – zu identifizieren, zu gewinnen, zielgerichtet einzusetzen, zu entwickeln und dauerhaft zu binden. Nicht nur High-Potentials, sondern alle Mitarbeitenden stehen im Fokus.
Taxonomie
Systematische Ordnung und Klassifikation von Begriffen. Bei Valcom: Die Soft-Skills-Taxonomie mit rund 390 Soft Skills und Wertebegriffen in 4 Kompetenzbereichen, entwickelt von Prof. Dr. Werner Sauter.
Triale Kompetenzentwicklung
Kompetenzlernen im Prozess der Arbeit mit menschlichen Lernpartner*innen und dem KI-Lernpartner. Diese drei Partner erwerben und tauschen Wissen aus und reflektieren handelnd. Die Zukunft des Lernens mit KI.
Unternehmenskultur
System von Normen, Werten und Regeln, die das Wahrnehmen, Denken und Handeln aller Mitarbeitenden und Führungskräfte bestimmen. Prägt maßgeblich die Möglichkeiten für Kompetenzentwicklung und Lernen im Unternehmen.
Validität
Gültigkeit: Bezeichnet den Umfang, in dem eine Messung tatsächlich die Merkmale erfasst, die sie erfassen soll. Bei Kompetenzerfassungen wird oft auf soziale Validität (Akzeptanz) zurückgegriffen.
VUCA-Welt
Beschreibung der heutigen Wissensgesellschaft: volatility (volatiler), uncertainty (unsicherer), complexity (komplexer) und ambiguity (mehrdeutiger). Erfordert neue Kompetenzen und kontinuierliches Lernen.
Werte
Ordner des selbstorganisierten Handelns und Kerne von Kompetenzen. Es gibt kein kompetentes Handeln ohne Werte – Werte konstituieren kompetentes Handeln. Werte können nur selbst handelnd, selbstorganisiert angeeignet werden.
Werte-Diagnostik
Erfassung der handlungsleitenden Werte von Personen und Teams. Valcom ermöglicht die Messung von Werten als Grundlage für gezielte Entwicklung und kulturelle Passung.
Werte-Interiorisation
Kompetenzentwicklung setzt Wertaneignung (Wertinteriorisation) voraus. Werteinteriorisation ist das 'Nadelöhr', durch das alles Wissen hindurch muss, um handlungswirksam zu werden.
Workplace Learning
Kompetenzentwicklung am Arbeitsplatz und in Arbeitsprozessen. Nach dem 30/30/30/10- bzw. 70/20/10-Modell der effektivste Weg zur Werte- und Kompetenzentwicklung. Lernen und Arbeiten werden nicht mehr getrennt, sondern integriert.
Werte- und Kompetenzmanagement in der Praxis erleben
Erfahren Sie, wie Valcom die wissenschaftlichen Konzepte in eine benutzerfreundliche Software umsetzt – mit rund 390 Soft Skills, KI-gestützter Diagnostik und aussagekräftigen Radar-Charts.
Quelle: Sauter, Werner (2021) in: Erpenbeck, J.; Sauter, W., mit einem Praxisbeitrag von Sauter, R. (2021): Future Learning und New Work. Das Praxisbuch zum gezielten Werte- und Kompetenzmanagement, Haufe Freiburg sowie Birgelen, D; Sauter, W.: Workplace Learning - next Generation, Haufe Freiburg
Social Blended Learning
Werte- und kompetenzorientiertes Blended Learning in Verbindung mit einem herausfordernden Praxisprojekt oder schwierigen Praxisaufgaben unter Einbindung von Social Software und KI-Lernpartner, um selbstorganisiertes und vernetztes Lernen zu erlernen.